BONN , 14. November . 
Irans Botschafter in Bonn , Hossein Musawjan , hat den Beschluß von Außenminister Klaus Kinkel ( FDP ) begrüßt , die geplante Islam-Konferenz zu verschieben , nachdem der Bundestag eine Ausladung des iranischen Außenministers gefordert hatte . 
In einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau sagte Musawjan , Kinkel habe mit seiner Entscheidung der Tatsache Rechnung getragen , daß bei einem Dialog zwischen dem Westen und der islamischen Welt Teheran nicht fehlen dürfe . 
Die Reaktion des deutschen Außenministers zeige , daß dieser die außerordentlich wichtige Rolle Irans in der islamischen Welt erkenne . 
Weil iranische Regierungspolitiker den Mord an Israels Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin gerechtfertigt hatten , stimmte eine Bundestagsmehrheit am Freitag gegen Kinkels Willen dafür , den iranischen Außenminister Ali Akbar Welayati von der ursprünglich für diese Woche vorgesehenen Konferenz des Auswärtigen Amtes auszuladen . 
Daraufhin verschob Kinkel die gesamte Konferenz , zu der Vertreter zahlreicher islamischer Staaten geladen waren . 
Oppositionspolitiker kritisierten , auf diese Weise umgehe der Außenminister den Willen des Parlaments , ein Signal der Mißbilligung an die Adresse Teherans zu senden . 
Musawjan kritisierte den Bundestags-Beschluß als `` bedauerliches Ergebnis eines Mißverständnisses '' und als `` wenig hilfreich für die ansonsten sehr guten Beziehungen zwischen Bonn und Teheran '' . 
Der iranische Präsident Haschemi Rafsandschani habe Terrorimus nie gutgeheißen , sondern stets uneingeschänkt verurteilt . 
Daß der Bundestag zu den Morden an iranischen Regierungspolitikern stets geschwiegen habe , werfe die Frage auf , ob das Parlament bei seiner Forderung nach der Respektierung internationaler Normen nicht mit zweierlei Maß messe . 